Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)
Angesichts der großen Herausforderungen der heutigen Zeit, wird seit einigen Jahren das auf den Zielen der Agenda21 (UNO-Aktionsprogramm für die Welt im 21.Jh.) beruhende Konzept der „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (kurz BNE) an den Schulen etabliert.
Ziel der „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ist es, den Schülerinnen und Schülern neben der Wissensvermittlung vor allem den Erwerb von Kompetenzen zu ermöglichen, um eigenverantwortlich und nachhaltig Zukunft zu gestalten.
Der Schulbauernhof als Lernraum für BNE
Idealer Lernraum mit Zeit und Gelegenheit für den Erwerb dieser Kompetenzen ist der Schulbauernhof.
Routine und Herausforderung Landwirtschaftliche Arbeiten sind eine „gesunde“ Mischung aus regelmäßig anfallenden Tätigkeiten, die dem Ausführenden Sicherheit und Selbstvertrauen geben („das kann ich, das habe ich schon gemacht“), und wechselnden, neuen Aufgaben, die herausfordern, Gelerntes anwendbar machen und neue Erfolge vermitteln.
Schlüsselkompetenzen Die Schlüsselkompetenz Selbständigkeit ergibt sich bei Arbeiten auf dem Hof fast von selbst. Die Schüler und Schülerinnen erleben täglich, wie anstehende Probleme und unvorhergesehene Situationen durch eigenes Zupacken und Nachdenken oder gemeinsam im Team gelöst werden (soziale Kompetenz). Außerdem ergeben sich die pädagogischen Intentionen aus den sachlichen Notwendigkeiten der landwirtschaftlichen Gegebenheiten und sind nicht konstruiert. Durch diese Zweckgebundenheit und Sinngebung der Tätigkeiten entstehen bei den Kindern auf direkte Weise Verantwortung und Mitgefühl.
Für Jeden eine Aufgabe Kinder erleben in der Landwirtschaft eine Vielfalt von Arbeitsprozessen und Verantwortungsbereichen, die in der Schule oder auf anderen Klassenfahrten kaum vorkommen. Viele Arbeitsabläufe sind auch von jüngeren oder schwächeren Kindern zu bewältigen. Die Hühner müssen gefüttert und die Eier aus dem Stall eingesammelt werden. Das Gras wird gemäht, getrocknet und auf die Heumieten gelegt, damit auch im Winter Futter für die Tiere da ist.
Körperliche Auslastung Eine Klassenfahrt auf einen Schulbauernhof kommt dem Bewegungsbedürfnis vieler Kinder entgegen. Aggressionen werden abgebaut und die Kinder haben durchaus zu Recht das Gefühl, ihre Kraft in sinnvolle Arbeit investiert zu haben. Die Erfahrung anderer Schulbauernhöfe hat gezeigt, dass sich, obwohl auf den Höfen in der Regel viele Gefahrenquellen vorhanden sind, es noch auf keinem Schulbauernhof zu schweren Unfällen gekommen ist, und das, obwohl den Kindern viel zugetraut wird. Oder eben gerade aus diesem Grund: denn wenn Kinder den Ernst ihres Handelns spüren , handeln sie verantwortungsbewusst und mit großem Respekt.


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